Wilhelmshorst

Die Waldgemeinde in Brandenburg

Offener Brief an die Bürger von Wilhelmshorst

Gerd Sommerlatte, Vogelweide 41, Wilhelmshorst

Offener Brief an die Bürger von Wilhelmshorst

Liebe Wilhelmshorster,
am 28.09.2008 wurden die Kommunalwahlen im Land Brandenburg durchgeführt.
Die Wahlbeteiligung der Bürger unseres Ortsteiles war mit 60,5 % bemerkenswert und weit über dem Durchschnitt.
Bedanken möchte ich mich bei allen Bürgern, die der Initiativgruppe für Wilhelmshorst und mir ihre Stimmen gegeben haben. Das zeugt von Vertrauen und Achtung vor der geleisteten Arbeit unter zum Teil schwierigen Bedingungen.
Die Ergebnisse der Wahlen und die Stimmenverhältnisse sind bekannt. Die neue Gemeindevertretung der Gemeinde Michendorf wird sich am 27.10.2008 konstituieren.
In Wilhelmshorst hat sich in den letzten Jahren, insbesondere auch nach der Gemeindegebietsreform im Jahre 2003, viel verändert. Als Ortsbürgermeister der letzten 10 Jahre konnte ich dazu unter zum Teil komplizierter werdenden Bedingungen viel beitragen, auch im Wissen, dass noch erhebliche Probleme auf ihre Lösung warten.
Am 21.10.2008 hat sich der neu gewählte Ortsbeirat von Wilhelmshorst zusammengefunden und erstmals nach neuer Kommunalverfassung des Landes Brandenburg seinen Ortsvorsteher und Stellvertreter gewählt.
Mit Herzblut und großem Zeitaufwand habe ich zehn Jahre um das Wohl unserer Gemeinde gerungen und hätte es sicherlich auch weiter getan.
So war der Vorschlag unserer Wählergruppe, die mit vier Sitzen im Ortsbeirat die stärkste Fraktion stellt. Mit dem Argument eines „frischen Windes“ für Wilhelmshorst wurde auf Vorschlag der CDU Frau Richard von der SPD vorgeschlagen.
Mit Parteienkalkül und internen Absprachen zwischen den gewählten Vertretern der CDU und der SPD, leider mit Unterstützung der Grünen, wurde mit der Wahl von Frau Richard in geheimer Abstimmung der Wählerwille in Wilhelmshorst ignoriert.
Ränkespiele dieser Art sind mir und sicherlich vielen Wilhelmshorster Bürgern fremd und zeigen, dass demokratische Spielregeln den Interessen von Machtpositionen, insbesondere von den so genannten „regierenden Parteien“, nunmehr auch in den kleinsten Gemeindeteilen zunichte gemacht werden.
Leider sind einige neue Ortsbeiratsmitglieder den Meinungen ihrer Parteifürsten aufgesessen und überblicken noch nicht, dass ehrenamtliches Engagement Kraft, Zeit und einen langen Atem braucht.
Ich hoffe, dass alle gewählten Ortsbeiratsmitglieder ihre ehrenamtlichen Aufgaben auch nach den Wahlen mit Enthusiasmus im Interesse der Bürger unseres schönen Wilhelmshorst erfüllen.
In der ehrenamtlichen Tätigkeit im Ortsbeirat braucht es keine „Frager“ sondern vor allem „Macher“, Leute die etwas bewegen, sich selbst an die Spitze stellen, etwas voranbringen, nicht auf Zeit und Geld schauen und sich nicht von Geschwätz verunsichern lassen.
Ich hoffe, dass Frau Richard (SPD) als neue Ortsvorsteherin die Kraft hat, die Interessen und Eigenarten unserer Waldgemeinde einzufordern und auch ohne Parteienzwang umzusetzen.
Ich hoffe auch, dass die neuen Ortsbeiratsmitglieder Herr Dr. Link, Herr Mirbach (beide CDU) und Herr Maas (Grüne) verstehen, dass Parteienkalkül immer schlecht für die dauerhafte Entwicklung unseres Ortsteiles in der Großgemeinde Michendorf ist.
Meinen Freunden der Wählergruppe, Frau Hobeck und Herrn Prietzel möchte ich für langjährige Unterstützung danken und versichern, dass wir weiter gemeinsam am Wählerauftrag arbeiten werden.
Zum Schluss möchte ich meiner Frau, Bettina Sommerlatte-Hennig für die langjährige Unterstützung in meiner Zeit als Ortsbürgermeister danken. Jetzt ist sie selbst im Ortsbeirat tätig und wurde wegen ihrer aufrichtigen Art im Umgang mit den Menschen und ihrer rastlosen Unterstützung vieler Projekte in Wilhelmshorst gewählt. Ihre Fähigkeit zwischen „Gut“ und „Böse“ zu unterscheiden hat auch mir oftmals weitergeholfen.
Die Vertreter der Wählergruppe IGW werden ihre Aufgaben im Ortsbeirat entsprechend ihrem Wählerauftrag erfüllen und dafür ringen, dass Entmündigung der Wähler nicht stattfindet.

Gerd Sommerlatte

Kommentare sind geschlossen.