Wilhelmshorst

Die Waldgemeinde in Brandenburg

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Offener Brief an die Entscheidungsträger der Gemeinde Michendorf

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Das folgende Schreiben des Vorstands und der Trainer des SV Wilhelmshorst 01 e.V. zum Thema Sportstättenbau ist allen Gemeindevertretern in den vergangenen Tagen zugesandt worden:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Mitglieder der Gemeindevertretung,

die AG Sportstätten wurde nach Ihrer dritten Sitzung am 16.09.2014 ohne Ergebnis aufgelöst.

Mit diesem Schreiben wenden wir uns an Sie, um die aktuellen Entwicklungen in Sachen Sportstättenkonzeption der Gemeinde aus Sicht des SV Wilhelmshorst darzustellen. Gleichzeitig wollen wir eventuellen Missverständnissen entgegnen, der SV Wilhelmshorst hätte sich an der gemeinsamen Entwicklung einer Sportstättenkonzeption nicht konstruktiv und aktiv beteiligt. Das Gegenteil war und ist der Fall.

Des Weiteren möchten wir Sie nochmals bitten, sich aktiv für die Realisierung einer Sportstätte an der Umgehungsbahn in Langerwisch/Wilhelmshorst einzusetzen. Der Trainings- und Spielbetrieb sollte mindestens für den Kinderbereich (bis einschließlich E-Jugend) vor Ort realisiert werden können.

Warum?

  • Die bestehenden Platzkapazitäten innerhalb der Gemeinde sind nicht ausreichend. Eine Erweiterung ist erforderlich und ist mittlerweile unstrittig. Der Ersatz des entfallenen Fußballplatzes in Wilhelmshorst ist insbesondere in Anbetracht des stetigen Wachstums des Ortsteils überfällig.
  • Der SV Wilhelmshorst 01 e.V. besteht nunmehr seit rund 14 Jahren und bietet neben dem Fußball auch Basketball, Badminton und Tischtennis an. Er ist aktive Anlaufstelle für eine Vielzahl von Kindern und Familien vornehmlich für die Ortsteile Wilhelmshorst und Langerwisch.
  • Der Verein ist daneben fester Bestandteil des öffentlichen Lebens im Ortsteil und darüber hinaus. So organisiert er unter anderem auch das Jedermann-Turnier, den Lauf „Rund um Wilhelmshorst“ und beteiligt sich an sämtlichen öffentlichen Veranstaltungen wie dem Sommerfest oder dem Weihnachtsmarkt.
  • Seit 14 Jahren organisiert der Verein im Ehrenamt erfolgreichen Spielbetrieb in der Sparte Fußball von den Minikickern bis zur Erwachsenenmannschaft. Mehr als 150 aktive Mitglieder alleine im Bereich Fußball werden aktuell betreut. Die Tendenz ist weiterhin steigend. Die Identifikation der Mitglieder mit dem Verein und damit dem Ort ist sehr hoch.
  • Der Verein existiert ohne eigene Spielstätte. Sämtliche Aktivitäten bedingen daher Fahrten in benachbarte Ortsteile. Besonders die jüngsten Sportler müssen dabei durch die Eltern umfassend organisiert werden. Die Abbruchquote ist gerade bei den kleinen Kindern aus diesem Grunde besonders hoch. Eine positive Entwicklung des Vereins ist mangels Spielstätte beschränkt und stößt dabei an Grenzen.
  • Der Verein hat immer deutlich gemacht, sich an insbesondere durch Eigenleistung an der Finanzierung zu beteiligen. Des Weiteren  bemühen wir uns um Fördermittel und sonstiger Drittmittel. So hat der Verein aktuell einen Antrag beim EU-Fördermitteltopf des ILE/LEADER-Programms gestellt.
  • Aus unserer Sicht sollte es Zielstellung einer Großgemeinde sein, für eine ausgewogene, an den örtlichen Bedürfnissen orientierte Infrastruktur Sorge zu tragen.
  • Das Konzept einer dezentralen Sportstättenstruktur wird von allen Vereinen der Gemeinde getragen:  „ln der Kinder- und Jugendarbeit erscheint ein individuelles Trainings-Angebot der beiden Ortsteile vorteilhaft für die Lebensqualität seiner Bewohner und hilft bei der Anwerbung und Einbindung möglichst vieler Kinder und Jugendlichen für den Vereinssport. Hier entspricht das Angebot der Vereine auch der weiterhin wachsenden Anzahl der Bewohner. ln den höheren Jugendmannschaften und bei den Erwachsenen wird explizit eine weiter gehende Zusammenarbeit angestrebt. Damit kann das Niveau des Spitzensports in Michendorf gehalten bzw. weiter gesteigert werden und gleichzeitig der Breitensport auf stabile Füße gestellt werden.“  (Auszug aus dem einstimmig verabschiedeten Sportstättenkonzept aller Fußballvereine vom 27.05.2013)
  • Die reine Konzentration der Sportstätten an den Hellerfichten in Michendorf widerspricht dem gemeinsam erarbeiteten Sportstättenkonzept der Vereine. Sie wird über kurz oder lang zur Auflösung des SV Wilhelmshorst 01 führen. Es würde eine wichtige Säule im Gemeindeleben entfallen. Die Diskussion ist mithin keine, die rein fiskalisch zu bewerten ist.

Der SV Wilhelmshorst hat sich in die Diskussion um die Sportstättenkonzeption stets aktiv und konstruktiv eingebracht:

Seit über 10 Jahren wirbt der Verein für die Errichtung einer eigener Spielstätte. Seit knapp 5 Jahren laufen die konkreten Bemühungen diese Realisierung auf dem eigens hierfür durch die Gemeinde erworbenen Grundstück an der Umgehungsbahn in Langerwisch zu realisieren. Hierfür hat der SV Wilhelmshorst in Eigenregie eine Planung vorgelegt, flankiert durch eine entsprechende Bestandsanalyse und eine gutachterlichen Bewertung. Die Fortsetzung der Planungen scheiterte an der Verweigerung der Baubehörde wenigstens die  erforderlichen planerischen Grundlagen dafür festzulegen.

Die mehrfach geforderten Zuarbeiten zur Bedarfsanalyse wurden umfänglich geliefert. Der Bedarf von zusätzlichen Spiel- und Trainingskapazitäten innerhalb der Gemeinde ist mittlerweile unumstritten.

Von Seiten  der Verwaltung wurde die weitere Planung an eine einvernehmliche Einigung aller Fußballvereine innerhalb der Gemeinde gekoppelt. Auch dieser Meilenstein wurde, eingeleitet durch den SV Wilhelmshorst 01, erfolgreich gemeistert. Am 27.05.2013 wurde das einstimmig verabschiedete Sportstättenkonzept der Vereine der Gemeindevertretung und der Verwaltung übergeben.

Die Verwaltung hat das Konzept als „Wunschkonzert“ bewertet. Auf Veranlassung der Gemeindevertretung sollte ein Runder Tisch aller beteiligten Akteure gebildet werden, um ein weiteres Vorgehen zu beraten. Nach mehreren Anläufen tagte im Mai 2014  unter Leitung der Verwaltung die AG Sportstätten erstmalig. Aufgaben, Arbeitsweisen und welche Entscheidungskompetenzen Teilnehmer der AG Sportstätten wurden nicht definiert. Protokolle zu den Sitzungen gibt es nicht.

In den ersten Sitzungen wurde als kostengünstige Interimslösung der Umbau des Kleinspielfelds im Heidereuterweg in Wilhelmshorst diskutiert. Die Variante wurde nach weitergehender Prüfung einvernehmlich verworfen.

In der letzten Sitzung der AG wurden wir dann überrascht mit der Eröffnung die „AG Sportstätten“ hätte sich abschließend und einvernehmlich für die Konzentrierung sämtlicher Sportanlagen an den Hellerfichten in Michendorf ausgesprochen. Wer denn hier bei der Einvernehmlichkeit befragt wurde, bleibt bis heute intransparent. Ein Stimmrecht des SV Wilhelmshorst innerhalb der Arbeitsgruppe war jedenfalls nicht gegeben. Eine Planung / Entscheidungsgrundlage wurde uns nicht bekannt gegeben.

Überraschend ist nunmehr, die bislang nur mündliche Ankündigung, dass an den Hellerfichten neben dem Neubau eines ausreichenden Sozialgebäudes auch noch ein zusätzliches Großfeld kurzfristig realisiert werden soll. Nachdem es jahrelang wirtschaftlich ausgeschlossen war, einen auch nur reduzierten Trainingsplatz an der Umgehungsbahn in Langerwisch zu finanzieren, scheinen diese Bedenken in Michendorf für eine deutlich größere Investition nicht mehr zu bestehen. Eine Planung und Kostenberechnung zur Entscheidungsfindung ist hierfür jetzt augenscheinlich entbehrlich. Eine Bewertung der sportlichen Angebote und damit der Wohnqualität innerhalb der verschiedenen Ortsteile findet ebenfalls keinen Eingang in den Entscheidungsprozess.

Im Ergebnis haben wir den Eindruck gewonnen, dass die  „AG Sportstätten“ lediglich die vorgefasste Haltung der Verwaltung legitimieren sollte. Ein demokratischer Diskurs oder das Ringen um die beste Lösung war für uns nicht erkennbar. Die Auflösung der „Arbeitsgruppe“ ist damit logische Konsequenz.

Wir sind enttäuscht, dass die aufgewendete Energie und die zahlreichen Gespräche der vergangenen Jahre für die Entwicklung des SV Wilhelmshorst bislang keinerlei Früchte getragen haben. Daher bitten wir Sie, die weiterhin gültigen Argumente bei Ihrer Entscheidungsfindung sorgfältig abzuwägen und zu berücksichtigen. Dabei begrüßen wir ausdrücklich die Bereitschaft der Gemeinde, sich dem Thema nunmehr aktiv anzunehmen und dabei auch investiv tätig werden zu wollen.

Für weitergehende Fragen und Erläuterungen im kleinen und im großen Kreis stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit sportlichen Grüßen

SV Wilhelmshorst 01 e.V.

unterschrieben durch Vorstand und Trainer

Zur Online-Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/ihre-entscheidung-fuer-den-fussballsport-und-das-ehrenamt-in-wilhelmshorst-und-der-gesamtgemeinde

4 Kommentare

  1. Hallo Lothar, morgen (am 4.11.14) ist Ortsbeiratssitzung. Der Sportplatz ist kein offizieller TOP, aber es gibt ja einen TOP „Einwohnerfragen“. Wir sind gespannt.
    Wer Interesse hat, kann ja gern auch dabei sein. Sitzung findet im GZ Langerwisch statt.

  2. Unterstützt das Projekt mit Eurer Unterschrift hier: https://www.openpetition.de/petition/online/ihre-entscheidung-fuer-den-fussballsport-und-das-ehrenamt-in-wilhelmshorst-und-der-gesamtgemeinde

    P.S.: An die Admins von wilhelmshorst.de: Es wäre toll, wenn sie den Petiitionaufruf auch auf dieser „unserer“ Seite prominent verlinken können. Herzlichen Dank

  3. Liebe SV’ler,

    Wenn man sich die Tagesordnungen der nächsten Ausschüsse anschaut, dann muss man befürchten, daß es zu weiterem Beispiel “ aktiver “ Demokratie in dieser Gemeinde kommen wird:

    Beschlussvorlage der Verwaltung kurzfristig vor den Sitzungsterminen,
    28.10. Beratung und Beschluss im Sozialausschuß ;
    29.10. Beratung und Beschluss im Finanzausschuß ;
    01.12. Beratung und Beschluss in der Gemeindevertretung….

    Es sind deutliche Parallelen zu dem Verhalten der Gemeinde/Verwaltung in Sachen Straßenausbau des Fliederhanges zu erkennen. In der GV werden die Beschlussvorlagen nur noch abgenickt, wenn die Beschlussempfehlungen der Ausschüsse vorliegen.
    Natürlich braucht auch Wilhelmshorst eine Sportstätte. Es kann nicht sein, daß unter der Überschrift “ Wir sind eine große Gemeinde“ sämtliche Infrastruktur in Michendorf zentralisiert wird. Welche Meinung haben eigentlich die Vertreter aus Wilhelmshorst in dieser Sache? Hat sich der Ortsbeirat Wilhelmshorst schon positioniert ? Christoph, Herr Mühlbach?
    Mit freundl. Grüßen
    Lothar Kratt

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