Wilhelmshorst

Die Waldgemeinde in Brandenburg

Bericht von der öffentlichen Einwohnerversammlung zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs

| Keine Kommentare

Am Donnerstag, den 21.07.2016, fand in der Turnhalle der Schule in Wilhelmshorst eine öffentliche Einwohnerversammlung statt, bei der die vier Varianten des barrierefreien Ausbaus des Bahnhofs vorgestellt wurden. Bürgermeister Mirbach sowie Vertreter der Bahn, der Bauplanung und des Landes Brandenburg präsentierten dabei zunächst die vier Varianten zum Ausbau und stellten sich anschließend der Diskussion mit den anwesenden Bürgern.

Besprochen werden derzeit vier mögliche Varianten (siehe auch PDF im Anhang), die alle auch eine Erneuerung der Bahnsteige und der Wartehäuschen vorsehen:

1. Installation von Aufzügen am derzeitigen Standort (Kostenschätzung: ~ 2,4 Mio €)
Hierbei würden Aufzüge an der Personenunterführung gebaut, was auch vergleichsweise kostengünstig wäre und daher von der Bahn bevorzugt wird. Etwaige Folgekosten (Wartung/Reparatur), die bei der Bahn liegen, wären hierbei jedoch noch nicht berücksichtigt.

2. Installation von Rampen am jetzigen Bahnhof (Kostenschätzung: ~ 4 Mio €)
Bei dieser Lösung würden insgesamt drei Rampen installiert: zwei als Zugänge zur Unterführung und eine dritte Rampe für den Zugang zum Bahnsteig Gleis 4 (A.- Schweitzer-Straße). Die Rampen dürfen dabei eine Neigung von max. 6 Prozent aufweisen. Zudem kann hier nur Gelände berücksichtigt werden, das sich im Eigentum der Bahn befindet. Auch die Kosten der Lösung werden kritisch gesehen; der Bund beteiligt sich nur an der günstigsten Variante.

3. Verlegung der Bahnsteige an den Bahnübergang an der Peter-Huchel-Chaussee (Kostenschätzung: ~ 2,3 Mio €)
Die aktuell am kontroversesten diskutierte Variante ist die Verlegung der Bahnsteige an den Bahnübergang an der Peter-Huchel-Chaussee. Die Bahnsteige würden dann in einer „Z-Lösung“ jeweils in Fahrtrichtung hinter dem Bahnübergang installiert werden, also aus Berlin kommend am Michendorfer Platz und in Fahrtrichtung Berlin an der A.- Schweitzer-Straße). Auch ist diese Variante mit noch einigen offenen Punkten verbunden; dazu zählen unter anderem der Umgang mit der Unterführung am aktuellen Bahnhof, die Installation von Park&Ride-Plätzen und Fahrradständern bis hin zur Notwendigkeit der Veränderung der bisherigen Signalanlagen (Voll- anstatt Halbschranke, Einstellung neuer Taktungen etc.). Eine Lösung der mit dieser Option verbundenen Probleme wird aktuell noch geprüft.

4. Installation eines Überwegs sowie Rampen am aktuellen Standort (Kostenschätzung: ~ 3,2 Mio €)
Als vierte Option wird die Einrichtung eines Überwegs mit Schranken am derzeitigen Bahnhof diskutiert. Auch diese Variante würde Rampen für den Zugang beinhalten. Als fraglich wird hierbei jedoch die Genehmigungsfähigkeit angesehen, da Übergänge mit gewissen Risiken verbunden sind, weshalb diese an anderen Orten gezielt vermieden bzw. gar abgebaut werden.

Die Bewertung und Abwägung zwischen diesen Optionen erfolgt dabei anhand einer Bewertungs-Matrix, die ebenfalls vorgestellt wurde. In die Bewertung fließen dabei Aspekte wie der Umsetzungszeitraum, Kosten und Risiken, die Anbindung an Park&Ride- Möglichkeiten und den ÖPNV, die Sicherheit der Lösung, die Einschränkungen während der Bauzeit, die Störanfälligkeit der Lösung oder Schrankenschließzeiten an der Peter-Huchel-Chaussee etc. mit ein. Nach dieser Variante werden aktuell am besten bewertet:

  • Ohne Berücksichtigung der Kosten: Variante 1 (Aufzug) und 2 (Rampe)
  • Mit Berücksichtigung der Kosten: Variante 1 (Aufzug) und 3 (Verlegung an die Peter-Huchel-Chaussee)

Im Anschluss an die Vorstellung der Varianten hatten die Einwohner die Möglichkeit zur Diskussion der Optionen, was auch rege genutzt wurde. Zu den dabei besprochenen Aspekten zählen beispielsweise:

  • Die Berücksichtigung der laufenden Kosten der Varianten, insbesondere der Ausfallzeiten der Aufzüge, z. B. durch Vandalismus
  • Die Bewertung der Schrankenschließzeiten und der möglichen Gefahren durch Betreten der geschlossenen Übergänge bei zu langen Wartezeiten
  • Der Erhalt der Unterführung am aktuellen Bahnhof als Verbindung zwischen Nord- und Süd-Teilen Wilhelmshorsts, der auch insbesondere von Schülern stark genutzt wird. Ein Erhalt der bisherigen Unterführung wäre jedoch nicht Teil des Investitionsprogramms
  • Die Berücksichtigung der Belange der Einwohner aus anderen Ortsteilen der Gemeinde, die über den Bahnhof Wilhelmshorst pendeln
  • Die Übernahme von Folgekosten bei einer Verlegung der Bahnsteige an die Peter-Huchel-Chaussee, z. B. für die Installation neuer Park&Ride – Anlagen (diese könnten voraussichtlich zu 70 Prozent gefördert werden, der übrige Anteil müsste von der Kommune übernommen werden)
  • Mit dieser Variante wären auch Eingriffe in das Ortsbild verbunden; hier ist die Frage, wie sich die Bahnanlagen dann in die Ortsmitte integrieren lassen und welches Leitbild hier gelten soll; auch wären Geräuschbelastungen durch haltende und anfahrende Züge in der Ortsmitte zu erwarten
  • Die Frage, ob auch der bisherige Bahnhof an den Busverkehr angebunden werden könnte

Von den Vertretern der Bahn und des Landes scheint derzeit die Installation von Aufzügen (Variante 1) favorisiert zu werden, da es sich hierbei um die kostengünstigste Lösung handelt. Unter den mitdiskutierenden Einwohnern wurden die Installation eines Übergangs incl. Rampen (Variante 4) sowie die Verlegung der Bahnsteige an die Peter-Huchel-Chaussee (Variante 3) am stärksten diskutiert.

Wie geht es weiter?
In die Entscheidung über die Varianten soll ein Stimmungsbild der Einwohner einfließen. Noch bis zum 27. Juli 2016 können die Wilhelmshorster und Langerwischer Einwohner daher an einer Abstimmung über die vier vorgestellten Varianten teilnehmen. Stimmzettel hierfür sind bei der Gemeindeverwaltung in Michendorf erhältlich; wir haben diesen auch eingescannt und stellen ihn hier als Download für Sie bereit (bitte bei der Gemeindeverwaltung abgeben).
Wichtig ist: die Stimmabgabe ist nur dann gültig, wenn Sie Name und Adresse angeben!
Bereits zum 01. August 2016 soll dann ein Stimmungsbild präsentiert werden – wir werden berichten.

Dr. Skobranek

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.