Wilhelmshorst

Die Waldgemeinde in Brandenburg

Auf, Auf – zum Ausverkauf von Wilhelmshorst!

Abgeordnete der vereinigten Allianz der Wilhelmshorst-Gegner haben in der Michendorfer Gemeindevertretung einen einmaligen – oder vielleicht zumindest seltenen – Beschluß gegen den Wilhelmshorster Ortsbeirat und seine Einwohner durchgesetzt:

Die auf Antrag eines Anliegers neben seinem Grundstück gelegene Freifläche, zum öffentlichen Straßenraum gehörend, wird für 24.000 € an ihn verkauft.

Vier Fakten sind zu diesem Fall bedenkenswert.

Zuerst die Frage, wieso und warum die Verwaltung so einen Beschlußantrag überhaupt in die Welt setzt? Es ist doch nicht die Regel, dass der Wunsch eines einzelnen Einwohners 1:1 in das Prozedere der Realisierung mündet! Der Bürgermeister, selbst Wilhelmshorster, hätte doch bei einigem Nachdenken die vielfältige Problematik erkennen können, zumal zahlreiche Bürgerstimmen vor dem Verkauf warnten. Ist sein Ohr immer noch verstopft für Bürgerwillen und Bürgerinitiativen? Oder welche Interessen welcher Drahtzieher werden hier klammheimlich forciert?

Zum zweiten ist zu fragen, was gewählte Abgeordnete aus anderen Ortsteilen bewegt, gegen den Beschluß des benachbarten Ortsbeirates zu stimmen, dessen wohlüberlegte und auch scharf diskutierte Entscheidung aufzuheben, zu anullieren und damit überhaupt die Funktion des Wilhelmshorster Ortsbeirates in Frage zu stellen? 
Neid, Ärger, Mißgunst? Oder anderweitige Interessen?

Zum dritten: wohinein fließen die paar Euros, was wird damit gemacht, wofür werden sie verplempert? Eine neue Verkehrsampel in Stücken, bequemere Sessel für die Mitarbeiter der Verwaltung oder für das unergründliche Loch für den Neubau des Michendorfer Rathauses und -platzes oder einen unnötigen Kreisverkehr?

Schließlich  ist damit ein Präzidenzfall geschaffen, der etlichen Anliegern die Möglichkeit bietet, als kleine Geldanlage (ohne Negativzinsen) ihr Anwesen zu vergrößern.
Denn diese Situation ist in Wilhelmshorst keinesfalls einmalig, sondern von den Ortsgründern als städtebauliches Merkmal bewußt vorgesehen. Allein im Nordteil von Wilhelmshorst gibt es sieben Straßenecken-Freiflächen, fälschlich in verschleiernder Absicht Arrondierungsflächen genannt, nun freigegeben zum Verkauf – der Ausverkauf  des Tafelsilbers wird fortgesetzt.
Schließlich kann man ja auch andere Wilhelmshorster Flächen verscherbeln, wie das Waldstück zwischen Eichenweg und An den Bergen. Auch Freiheitsplatz  sowie den Brunnen- oder Goethepatz können günstig verkauft und bebaut werden

Antragsteller bitte melden beim Bürgermeister von Michendorf, eine positive Behandlung durch die Verwaltung ist sicher und die Zustimmung der Michendorfer Gemeindevertretung ist zweifellos gesichert!

Klaus-Peter Anders

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