Wilhelmshorst

Die Waldgemeinde in Brandenburg

SPD-Ortsverein fordert Barrierefreiheit für den Wilhelmshorster Bahnhof

Seit Herbst 2007 hat Wilhelmshorst einen neuen Bahnhof, oder besser gesagt eine neue Fußgängerunterführung. Der Stein des Anstoßes ist die Treppenanlage, die nunmehr die Überwindung von deutlich mehr Stufen erfordert, um zu den Gleisen zu gelangen. Mit Verwunderung hat man im Ort bei der Freigabe der Unterführung zur Kenntnis genommen, dass von barrierefreier Unterquerung keine Rede sein kann und der zu überwindende Höhenunterschied deutlich größer geworden ist.[SPD-Presseinformation 30.4.09]

„Der Ortsverein der SPD will das nicht hinnehmen“ so die Landtagsabgeordnete Susanne Melior. In der Diskussion im Ortsverein fielen starke Worte, es war von Skandal die Rede und von Ignoranz gegenüber Behinderten. Die Ortsvorsteherin Irmgard Richard (SPD) hält andauernden Protest für erforderlich. „Wir dürfen hier nicht locker lassen, es gibt keine Gründe sich der Nachbesserung zu verweigern.“
„Am Geld kann’s nicht liegen“ betonte Melior: „Es stehen in den öffentlichen Haushalten Infrastrukturmittel für solche Projekte zur Verfügung. In einem Gespräch mit Vertretern des Ortsbeirates hat Verkehrsminister Reinhold Dellmann bereits Unterstützung zugesagt. “ Auch Landes- und Bundespolitiker teilen die Auffassung, dass ein solches Bauwerk in der heutigen Zeit als skandalös zu betrachten ist. Behinderten, alten Menschen mit Rollator, Müttern mit Kinderwagen und kleinen und großen Radfahrern ist es unmöglich, den Tunnel zu passieren.
Wilhelmshorst ist ein geteilter Ort. Nördlich der Bahnlinie liegen dabei die wichtigsten Infrastruktureinrichtungen: KITA, Schule, Altenheime, Ärzte, Apotheke u.a.m. Viele Bewohnerinnen und Bewohner müssen die Bahnlinie mehrmals täglich unterqueren. „Solche Zustände sind völlig indiskutabel und müssen korrigiert werden.“ fordert Irmgard Richard für die Wilhelmshorster Bürgerinnen und Bürger.
Der SPD Ortsverein fordert von den Verantwortlichen bei der Bahn und auch von den Gemeindevertretern und der Verwaltung, diesen Missstand zu beseitigen. Es wurden schon Kinder und Jugendliche beim Überqueren der Gleise mit dem Fahrrad beobachtet. Susanne Melior: „Das ist ein unhaltbarer Zustand und gefährdet die Sicherheit unserer Kinder.“
Um Druck zu machen und die Situation mit Zahlen zu untermauern führt der Ortsverein am 5. Mai 2009, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen eine große Aktion am Bahnhof in Wilhelmshorst durch. Die Mitglieder des Ortsvereins wollen gemeinsam mit der Ortsvorsteherin Irmgard Richard auf die nicht barrierefreie Untertunnelung des Bahnhofs aufmerksam machen und starten eine Zählaktion. Am 5. Mai sollen alle Passanten die den Bahnhof frequentieren, sei es als Bahnkunde oder Anwohner gezählt werden. Hintergrund ist, dass die Bahn sich mit unter 1000 Nutzern pro Tag rausredet und die Gemeinde Michendorf einschließlich der Gemeindevertretung sich ebenfalls schwer tut. Es muss sich aber im Interesse der Betroffenen etwas bewegen.

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