Wilhelmshorst

Die Waldgemeinde in Brandenburg

Mutige Stunts im rasenden Galopp

KosakenreiterVonBärbel Kloppstech

Altbarnim (MOZ)Auf den Auftritt der Havelkosaken hatten die meisten der Besucher beim Reitertag gewartet. Als sie dann am Nachmittag im rasenden Galopp über den Platz flogen, verfolgten die Zuschauer mit Spannung ihre akrobatischen Künste im Sattel.


Akrobatik im fliegenden Galopp war das wirklich, was die beiden Jugendlichen boten: Auf- und Abspringen über das Pferd, quer liegen, Schere, drehen und stehen auf dem Pferd… Ganz so wie echte Kosaken. Dabei sind Anton (19) und Boris (14) ganz normale Jugendliche, nur dass sie als Reiter besonders „sattelfest“ sind. Boris geht zum Beispiel in die 9. Klasse eines Gymnasiums und möchte nach dem Abitur am liebsten Stuntman werden. Er spricht fließend Deutsch, während bei seinem Bruder Anton und bei Mutter Olga noch immer ein leichter russischer Akzent hörbar ist. Die Familie kam vor 15 Jahren nach Deutschland.

Zuhause sind die Zühlkes in Wilhelmshorst, einem Ortsteil von Michendorf. Das Kosakenreiten trainieren sie seit 2004 bei der Reitgemeinschaft Sally Saarmunt. Die Grundbegriffe haben sie bei Bernhard Schirmer gelernt, selbst einst Kosakenreiter und heute Trainer und Ausbilder für Stuntreiter. Seit ihrem Auftritt bei der Hippologica, der Pferdemesse in Berlin, sind die Havelkosaken deutschlandweit bekannt geworden.

„Wir trainieren einmal in der Woche die speziellen Übungen, erzählt Boris, reiten aber ansonsten täglich. Das Kosakenreiten erfordere eine lange Ausbildung, ehe die Übungen so spielerisch leicht wirken. Denn es koste viel Kraft und Mut, im Galopp vom Pferd ab- und wieder aufzuspringen, sich hängend oder stehend auf dem Pferderücken zu bewegen. Er sitze seit seinem achten Lebensjahr im Sattel und habe ganz normal wie andere Kinder auch das Reiten erlernt, erzählt Boris. Der kleinere Havelkosake ist inzwischen bereits ein gefragter Kinderstunt. Sein Pferd Balou sei vor seinem „Kosakenleben“ ein ganz normales Schulreitpferd gewesen und mittlerweile schon 11 Jahre alt. Er habe sehr großes Vertrauen zu Balou, sagt Boris, denn die Auftritte seien auch für die Pferde wegen der Blitzlichter und Scheinwerfer „nervenaufreibend“.

Erforderlich sei für das Kosakenreiten ein ganz spezieller Sattel mit zwei Hörnern vorn und hinten, die zum Festhalten genutzt werden, erklärt Mutter Olga. Tricks und Anleitung hätten ihre Jungs zum Beispiel auch beim Moskauer Staatszirkus bekommen. [Bericht mit FFoto, MOZ 7.10.08]

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