Wilhelmshorst

Die Waldgemeinde in Brandenburg

Engagement und Lampenfieber

PNN – Im 100. Jubiläumsjahr geht ein frischer Wind durch Wilhelmshorst Ein ganzer Ort wächst über sich hinaus: Während in Wilhelmshorst das Jubiläumsjahr längst erreicht ist und die Bürger vorfreudig auf die zentrale Festwoche im Juni blicken, gehen immer wieder neue Vorschläge bei den Organisatoren ein – von Nachbarn, die noch eine Idee für den Festumzug haben, von ortsansässigen Künstlern, die sich spontan einbringen wollen. Hier und da wird auch noch einmal das Portemonnaie für Spenden geöffnet. Wilhelmshorst wird hundert, und die Begeisterung hat sämtliche Bürger der Waldgemeinde erfasst.

„Jeder überlegt, wie er sich einbringen kann“, sagt Cheforganisatorin Bettina Sommerlatte-Hennig. Ortsbürgermeister Gerd Sommerlatte gibt ein Beispiel: „Zum Frühjahrsputz am 31. März waren 60 Leute zusammengekommen.“ Das Engagement im Ort ist riesig, und dabei gebe es keine Unterschiede mehr, ob jemand schon immer hier wohnt oder neu hinzugezogen ist. So hat der seit zwei Jahren hier lebende Künstler Horst Halling alte Wilhelmshorster Gebäude gemalt. Die Bilder sollen verkauft werden und der Erlös dem Buch „100 Jahre Wilhelmshorst“ zugute kommen. An dem sitzt eine Schar von Redakteuren seit acht Jahren und trägt sämtliche Aspekte der Ortsgeschichte zusammen. Am 16. Juni soll das Ergebnis präsentiert werden.

Auch im großen Rahmen spielt sich alles nach Plan ab. Vor zwei Jahren hatte Sommerlatte ein Festkomitee um sich versammelt, das recht weitläufige Ziele für das Jubiläumsjahr formulierte. Man wollte etwas Bleibendes schaffen, und das in vielerlei Hinsicht: Der Schulcampus im Ort befindet sich weiter im Wachsen, am 21. Juni soll das neue Medienzentrum offiziell übergeben werden. Der Park+Ride-Platz am Bahnhof ist fertig, und auch die frisch sanierten Straßen Berglehne und Ravensbergweg sind Teil dieses Gesamtkonzeptes.

Von dem frischen Wind, der durch den Ort weht, werden auch die Vereine erfasst: Die Jugendfeuerwehr, der Verein Ortsgeschichte, Tennisverein und Kulturbund werden zur Anlaufstelle für neue Mitglieder, die ihr Herz für Wilhelmshorst offensichtlich gerade erst entdeckt haben. Das aktuellste Beispiel dafür, wie der Geburtstag die Menschen mobilisiert, ist die Gründung einer Laien-Schauspielgruppe unter der Leitung des ehemaligen Berliner Theaterschauspielers und -regisseurs Siegfried Patzer. Die „Kleine Bühne Wilhelmshorst“ gibt am 13. Juni im Gemeindezentrum „Zum Apfelbaum“ihre Premierenvorstellung.

Währenddessen bringt sich auch das ortsansässige Gewerbe mit seinen Ideen ein: Die Bäckerei Fahland produziert Traditionsbrote mit dem Ortswappen, in der Braumanufaktur Templin – die Siedlung gehörte bis vor 50 Jahren zu Wilhelmshorst – wird bereits ein Jubiläumsbier gebraut. Ein örtliches Sicherheitsunternehmen hat zugesagt, sämtliche Veranstaltungen kostenlos zu betreuen.

Und so richten sich viele Augenpaare erwartungsvoll und auch mit etwas Lampenfieber auf die Festwoche vom 15. bis 24. Juni. Es wird ein Sportfest geben, einen Umzug, mehrere Empfänge und Feiern. Dazu eingeladen sind auch die Nachfahren der Gründerväter Wilhelm Mühler und Gustav Winkler. An die Namen erinnert man sich auch heute noch – wenn Wilhelmshorst sich ein Stück weit neu gründet. Thomas Lähns

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