Wilhelmshorst

Die Waldgemeinde in Brandenburg

Kinder und Bäume

| 1 Kommentar

…sind prioritäre Themen im Ortsbeirat Wilhelmshorst. Denn die Belange der Kinder und Jugendlichen sind den Mitgliedern wichtig. Und alle wissen, dass das Angebot in der Gemeinde dürftig ist. Es fehlt an Möglichkeiten zum Treffen, für Sport und Austausch außer­halb der Schulen und Kitas. Der Jugendtreff im Eichenweg wich vor Jahren ersatzlos der Krippe. Da braucht sich niemand wundern, wenn öffentliche Räume, Bushaltestellen, Brücken und ehemalige Bunker als Treffpunkte genutzt werden. Das erregt unsere Ortsbei­ratsmitglieder, denn die Ordnung wird gestört. Vorschläge, zu improvisieren und z.B. den Parkplatz vor dem Einkaufsmarkt mit zwei Basketballkörben „multifunktional“ zu nutzen werden lächelnd abgetan. Denn es gibt noch Wichtigeres im Ort: Autos und Straßen.

„Das wird eine schöne Straße“ ist der Standardkommentar unseres Ortsvorstehers zu jedem Straßenausbau. Doch jede „schöne Straße“ ist eine Umwidmung des Öffentlichen Raums. Spielen, zu Fuß gehen und andere Nutzungen haben hinter dem motorisierten Verkehr zurück­zutreten. Eine aktuelle Verkehrszählung ergab, dass ca. 7.500 Fahrzeuge in 24 Stunden die Peter-Huchel-Chaussee nutzen. Und da viele der motorisierten Verkehrsteilnehmenden ihr vermeintliches Vorrecht am öffentlichen Raum offensiv einfordern, ist es kaum verwunder­lich, dass besonders ältere Radfahrende sicherheitshalber auf den Bürgersteig ausweichen, obwohl dieser Menschen zu Fuß und kleinen Kindern mit Fahrrädern vorbehalten ist. Wie schön wäre es, den öffentlichen Raum gemeinsam mit Rücksicht aufeinander zu nutzen.

Dazu passt auch die Bürgeranfrage, ob es weitere Fahrradständer am Bahnhof geben wird. Denn die existierenden Abstellgelegenheiten sind genauso überfüllt wie die Züge Richtung Berlin. Doch hier wird seit Jahren keine Notwendigkeit gesehen, zusätzliche Plätze zu schaffen. Und 2020 wird der Bahnhof sowieso umgebaut. Bis dahin: Autos und Straßen…..

Zurück zu den Kindern: In der neuen Kita an der Peter-Huchel Chaussee werden ca. 25 Kinder betreut. Ob die Unterbelegung daran liegt, dass einige Eltern Angst vor den 7.500 Fahrzeugen haben? Oder daran, dass die Prognose der Verwaltung sich nicht bestätigt hat und andere Kitas ausreichend Plätze haben? So sind im Ameisenhügel derzeit 18 Plätze und in der neuen Michendorfer Kita 50 Plätze unbesetzt. Wenn es so bleibt, könnten die Container bald abgeräumt und das Gelände bebaut werden. Dafür steht sicher schon die Gewog bereit.

Anlässlich des Bebauungsplans Peter-Huchel Chaussee /Grüner Weg hat der Ortsbeirat noch­mal über Bäume diskutiert. Denn dort soll ein Baum pro 150 m2 Grundstücksfläche erhalten bleiben. Und da derzeit wieder vermehrt die Kettensägen durch den Ortsteil kreischen, habe ich mir mal die Meldungen zu Baumfällungen angeschaut, die der Ortsbeirat bis Mitte 2016 regelmäßig erhielt. Pro Jahr 250 gefällte Bäume im Ortsteil ist eine vorsichtig daraus abgelei­tete Zahl. Wo eigentlich die Nachpflanzungen sind,

fragt mit nachdenklichen Grüßen

Christoph Schulte

Ein Kommentar

  1. Eine vielleicht bissige Kommentierung kann und will ich mir nicht verkneifen. Ich möchte auf den vermeintlichen Standardkommentar „Das wird eine schöne Straße“ unseres aktuellen Ortsvorstehers eingehen, das er bei jedem anstehenden Straßenausbau von sich geben soll.
    Welche der neuen Straßen in Wilhelmshorst ist denn wirklich schön und gelungen, wenn die Empfehlungen und Richtlinien für den modernen, innerörtlichen Straßenbau beachtet werden? Eigentlich keine. Meist sind es 08/15 Lösungen ohne wirksame Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung.
    Nur zu oft hat sich eine vermeintliche Anliegerstraße zu einer Rennpiste für Kfz-Lenker*innen entwickelt Endlich kann Mann und Frau durch den Ort rasen, ohne dass das Fahrzeug übermäßig vetrschlissen wird oder Fahrkomfort beeinträchtigt wird. Die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h wird geflissentlich ignoriert oder ist noch gar nicht in die Bewusstseinsebenen der Mitmenschen vorgedrungen. „Ich geb Gas, ich geb Gas … .“ Das mag daran liegen, dass die Tempo-30-Schilder ungünstig stehen. Aber wehe wenn es eines Tages zu einem Unfall mit Personenschaden kommt. Dann wird das Geschrei groß sein. Und dabei müssen die Fußgänger doch allzuoft auf der Fahrbahn laufen, weil es auch nach der Straßensanierung keinen Fußgängerweg gibt oder diese aufgrund ihres Zustands quasi unpassierbar sind. Den Fußgängern wird mit den Tempo-30-Zonen falsche Sicherheit vorgegauckelt, wenn sie sich auf der Fahrbahn bewegen.
    Ganz besonders daneben gingen ja die Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der neu ausgebauten Albert-Schweitzer-Straße. Die vielleicht gut gemeinten Fahrbahnverengungen müssten eigentlich wechselseiteig versetzt auf der Fahrbahn angeordnet werden, damit sie effektiv verkehrsberuhigend wirken. Jedenfalls steht es so im „Gemeindestraßen-Leitfaden Brandenburg, Ausgabe 2012, Arbeitshilfe für Gestaltung und Bau von Gemeindestraßen innerhalb bebauter Gebiete“ oder die „Empfehlungen zur Straßenraumgestaltung innerhalb bebauter Gebiete (ESG)“. Oder erfüllen diese einen ganz anderen Zweck?

    Aber jetzt ist es eine schöne „tote“ Straße geworden. Auf knapp 700 Meter Länge, können jetzt Alt und Jung schnurgerade zum Gemeindezentrum oder dem Bahnhof rasen. Der ein oder andere Anwohner oder Anlieger stellt wenigstens sein Kfz auf der, den Fahrbahnverengungen gegenüberliegenden Fahrbahnseite ab und unterbricht so die Rennpiste. Viele verstehen die Räume zwischen den Fahrbahnvereengungen aber als Parkbucht und stellen dort ihre Kfz ab, was die Verkehrssicherheit nicht besser macht.

    Quantität statt Qualität.

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