Wilhelmshorst

Die Waldgemeinde in Brandenburg

Gemütliche Enge

| 2 Kommentare

…herrschte in der gemeinsamen Sitzung von Ortsbeirat und Ausschuss für „Bauen und Umweltschutz“ am 17.01.2019. Eine überfüllte Tagesordnung mit vielen Bauvorhaben und wenig Umweltschutz. Für Wilhelmshorst besonders spannend: Der Vorentwurf zum Bebauungsplan „Peter-Huchel Chaussee /An den Bergen“.

Der Ortsvorsteher Wilhelmshorst formulierte seine Position zum Antrag direkt eingangs in der ersten Person plural „wir“ ohne klarzustellen, wer „wir“ sind. Der Ortsbeirat kann damit nicht gemeint sein, denn „wir“ haben uns noch gar nicht einvernehmlich zu dem Vorentwurf positioniert. Laut Protokoll wurde in der Sitzung am 26.03.2018 lediglich beschlossen, die naturschutzrechtlichen Belange und die Auswirkungen auf den Artenschutz zu prüfen. Außerdem hatte der Ortsvorsteher der Wilhelmshorster Bürgerschaft am 26.03.2018 eine rechtzeitige und umfangreiche Beteiligung versprochen.

Eine angemessene Diskussion zu dem Vorentwurf war nicht möglich. Der Vorsitz war offensichtlich überfordert oder nicht daran interessiert. Kein Wunder, hatte er doch den Anspruch, die überfüllte Tagesordnung abzuarbeiten. Wozu diese Eile, frage ich mich? Sollte für ein so wichtiges Projekt die Gemeinde nicht die Möglichkeit schaffen, die verschiedenen Ansprüche gemeinsam zwischen Anliegenden, Gemeindevertretenden und Investor zu diskutieren? Immerhin bekamen die anwesenden Bürgerinnen und Bürger Rederecht eingeräumt. Antworten auf die Sorgen blieb die Versammlung jedoch überwiegend schuldig.

Der Investor möchte rasch seine Investition zum Erfolg führen. Das Kriterium hierfür ist Rendite. Die Gemeinde und die Bürgerschaft haben andere Interessen. Denn sie müssen für die nächsten Jahrzehnte mit den Ergebnissen leben. Deshalb ist es nötig, sich Gedanken zu machen und Bedingungen zu formulieren. Ich finde, dazu sollte der Investor der Abteilung Bauen öffentliche Ordnung, Gemeindevertretern, dem Ortsbeirat und interessierten Bürgerinnen und Bürgern in einem gemeinsamen Gespräch die überarbeiteten Pläne ganz konkret präsentieren und zur Diskussion stellen.

Am 17.01. sollten wir den Vorentwurf scheibchenweise bestätigen und stimmten deshalb zu Geschossflächenzahl, Grundstücksgrößen, Schutzstreifen und Baumbestand ab. Der dem Ortsbeirat am 12.02.2018 angekündigte „Städtebauliche Vertrag“ zur Entwicklung des Areals wurde nicht vorgelegt, die am 26.03.2018 erbetene Vorstellung im Ortsbeirat und die Bürgerbeteiligung fielen aus. Wenigstens in einer Sache waren sich alle einig: Der Investor muss eine Kartierung des Baumbestands vorlegen. Was damit passiert, blieb offen. Wie eigentlich das meiste in dieser chaotischen Sitzung.

Noch immer fassungslos grüßt Sie

Christoph Schulte

2 Kommentare

  1. Aktuell wird von der Fraktion „Bürger für Michendorf“ ein Beschlussentwurf in der Gemeindevertretung vorgelegt, wlcher die Festlegung einer vorgeschriebenen Anzahl an Bäumen, welche auf dem zu bebauenden Grundstück nachgepflanzt werden müssen, festschreiben soll.

    Vorschlag: Pro 150 Quadratmeter nicht bebaubarer Fläche muss ein Baum angepflanzt werden.

    Besser als nichts, aber wahrscheinlich nicht genug! Wahrscheinlich bietet die Formulierung „nicht bebaubarer Fläche“ dann auch noch ein Schlupfloch, um der zwanghaften Nachpflanzung auf dem eigenen Grundstück zu entgehen.

    Und für alle, die keine Vorstellung davon haben, wie viele Bäume beim Neubau eines Hauses so gefällt werden. Auf dem Grundstück Albert-Schweitzer-Straße, Ecke Peter-Cuchel-Chaussee, direkt bei der Bahnschranke wurden mit Fällgenehmigung:

    12 Kiefern, 5 Eichen und 2 Linden

    gefällt!

    Ob diese Antzahl wirklich notwendig ist, um das Bauvorhaben zu realisieren, lässt sich auf Anhieb für mich Laien nicht nachvollziehen. Vor allem bei den Bäumen, welche direkt an der Grundstücksgrenze standen. Aber genehmigt ist genehmigt und bis jetzt muss nicht ein Baum auf dem Grundstück nachgepflanzt werden, wenn es der Eigentümer das nicht möchte. Alles eine Frage des Geldes.

    Die Bezeichnung „Waldgemeinde“ wird doch immer mehr zum Witz. Den Rückgang der Baumbestände in Wilhelmshorst kann man schon auf Google Earth oder Google Maps mitverfolgen.

    Und auch die Gemeindeverwaltung hat doch in den letzten Jahren fast jedes gemeindeeigenes Grundstück verhökert, damit diese dann bebaut werden können. Zu Gunsten der Container-Kita wurden rund um die „Festwiese“ zahlreiche Bäume gefällt. Wahrscheinlich ohne adequate Nachpflanzungen.
    Und in den Wunschträumen einiger Gemeindevertreter soll diese Fläche dann eines Tages bebaut und damit unwiederbringlich vernichtet werden. Als nächstes ist dann vielleicht der Brunnenplatz dran. Zur Not können die Gemeindevertreter ja den Flächennutzungsplan ändern.

    Erst, wenn fast alle Bäume weg sind, werden wir deren Bedeutung erkennen. Vorausgesetzt, wir erinnern uns dann noch an die gute Luft und den kühlenden sowie schützenden Schatten, welche die Bäume direkt um uns herum produziert haben. Vor allem in den kommenden, trocknen Sommern.

  2. Na, das passt doch so genau in diese Landschaft! Hakenkreuzschmierereien, Vandalismus, überall stets laufende Motorsägen, Silvesterböller zu allen Tages- und Nachtzeiten, allgemeine Unzufriedenheit und eine wirkungslose Gemeindevertretung, die mit sich selbst beschäftigt ist und „abarbeitet“.
    Es gibt einfach keine konzertierte Aktion beherzter Bürger gegen diese Auswüchse, gegen Gleichgültigkeit vieler Mitbewohner und Unfähigkeit der Behördlinge. Und so entsteht eben auch die Kita neben dem Konsum, ohne Parkplätze. Und so manches neue Wohngebiet, wo eben gerade noch Platz (und Geld!!) ist. Bürgerbegehren (z. B. Unterschriftensammlung im Konsum) werden abgewiegelt. Willkommen in dieser schönen Welt! Hauptsache, Ihr habt Spaß!
    In dem Land, in dem ich aufgewachsen bin, gab es sicher auch Probleme, diese aber nicht. Und WH. war noch ein schöner, lebenswerter Ort.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.