Wilhelmshorst

Die Waldgemeinde in Brandenburg

Aus dem Ortsbeirat am 20.08.2018

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Es war spannend. Und es waren interessierte Bürgerinnen und Bürger anwesend. Mit Fragen an den Ortsbeirat. Die nicht gut beantwortet wurden. Hier müssen wir besser werden.

Der Ortsbeirat ist ein gewähltes Gremium, das Interessen der Bürgerschaft vertreten und Fragen beantworten muss. Das wird in der „Einwohnerfragestunde“ nicht immer deutlich. Und anschließend ist sowieso Schluss mit Fragen und Mitreden. Doch ist es nicht unsere Aufgabe, herauszufinden, welche Wünsche und Vorschläge es im Ortsteil gibt, diese aufzugreifen und in die Gremien der Gemeinde einzubringen? Deshalb schlage ich vor, dass interessierte Wilhelmshorsterinnen und Wilhelmshorster in der gesamten Sitzung mitreden können.

Zum Beispiel bei Themen, zu denen die Bürgerschaft aktiv ist. Wie das Bürgerbegehren gegen die Initiative, die gemeindeeigenen Wohnimmobilien in eine GmbH einzubringen. Ist das ein guter Weg? In Michendorf hat die bisherige Hausverwaltung viel Geld unterschlagen, weil die Gemeinde sie nicht ausreichend kontrolliert hat. Was in Michendorf zur Katastrophe führte, klappt in anderen Gemeinden reibungslos mit vertretbarem Verwaltungsaufwand. Doch das Wort Hausverwaltung ist gefürchtet in Michendorf. Lieber möchte der Bürgermeister die Wohnungen einer kommunalen GmbH übertragen. Als Gegenleistung gibt es dann ein paar (Minderheiten-)anteile. Das sollte lieber noch einmal überdacht werden, findet die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Eine Gemeinde, die ihre Immobilien aus der Hand gibt, nimmt sich ihre Gestaltungsmöglichkeiten.

Auch in einer anderen Angelegenheit haben Einwohnerinnen und Einwohner sich eingemischt und viel erreicht: Beim Bauvorhaben „An der alten Gärtnerei“. Im Dialog mit dem potenziellen Investor und Vertretenden der Gemeinde wurde das Projekt konkretisiert und Zusagen ausgesprochen. Im Ergebnis soll die Aufstellung des Bebauungsplans mit ungewöhnlichen Auflagen verbunden werden. An der Sitzung am 20.08. nahmen Anwohnende teil, die eine weitere Konkretisierung des Bebauungsplans forderten. Die Forderungen kann ich gut nachvollziehen. Nach einiger Diskussion habe ich der Aufstellung und den Auflagen zugestimmt.

Die Verwaltung hat ein Klimaschutz- und Energiekonzept entwickeln lassen. Das ist gut, denn Klimaschutz und Energiesparen sind wichtig für unsere Zukunft. Dem Ortsbeirat wurde allerdings nicht das Konzept, sondern eine Tabelle mit wenig konkreten Maßnahmen vorgelegt. Weil daraus nicht erkennbar war, ob die Ziele ambitioniert genug für einen wirksamen Klimaschutz in Michendorf sind, habe ich gegen die Vorlage gestimmt. Wir brauchen konkrete und schnelle Maßnahmen. Ziel muss die klimaneutrale Gemeinde sein.

Einen echten Fortschritt gab es auch: Der Ortsbeirat Wilhelmshorst hat sich geschlossen gegen die Anwendung des Artikel 13 b des Baugesetzbuches in der Gemeinde ausgesprochen. Dieser Paragraph erlaubt, Bebauungspläne auch im Außenbereich nach einem vereinfachten Verfahren ohne Umweltverträglichkeitsprüfung aufzustellen. Hoffentlich sieht dies die Gemeindevertretung genauso kritisch wie der Ortsbeirat in Wilhelmshorst.

Hier nicht fehlen darf mein Lieblingsthema: Der Radverkehr. Die Gemeinde möchte noch im Haushalt 2018 sechzigtausend (60.000) Euro für Fahrradabstellanlagen ausgeben. Bevor sich jetzt alle sich freuen, die täglich ihr Rad in die überfüllten Ständer am Bahnhof quetschen: Für den Betrag sollen 40 Ständer für die gesamte Gemeinde angeschafft werden, fünf davon an der Ecke „An der Trift /Peter Huchel Chaussee. Der Rest in den anderen Ortsteilen. Ob die aus Gold sind,

 

fragt sich mit besten Grüßen

Christoph Schulte

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