Wilhelmshorst

Die Waldgemeinde in Brandenburg

Im ‚JuCo‘ Wilhelmshorst regieren Fans von Hertha BSC & dem FC Erzgebirge Aue

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Im ‚JuCo‘ Wilhelmshorst regieren Fans von Hertha BSC & dem FC Erzgebirge Aue !
… Ha Ho He Hertha BSC …
… Wir kommen aus der Tiefe, wir kommen aus dem Schacht Wismut Aue, die neue Fußballmacht! …
So die Fangesänge von Hertha BSC und dem FC Erzgebirge Aue !

Am Sonntag den 12.12.2010 war es nun endlich soweit. Darauf hatten wir lange hin gefiebert. Das Derby zwischen Hertha BSC und dem FC Erzgebirge Aue fand im Olympiastadion in Berlin statt. Einige Jugendliche und junge Erwachsene Besucher des Kinder- und Jugendzentrum ‚JuCo‘ Wilhelmshorst waren mitten drin im Trubel. Sie fragen sich warum denn ausgerechnet diese Partie?

Okay, dann erzähle ich Ihnen dazu mal eine kleine Geschichte: Ein großer Teil Jugendlicher und junger Erwachsener, die den ‚JuCo‘ besuchen sind selber begeisterte Fußballspieler, Trainer oder Fußballfans. In diversen Ferienprogrammen können Jugendliche am Sport-Tag, den der ‚JuCo‘ immer mit anbietet, sich nicht nur körperlich auspowern, sondern konnten auch schon etliche Male eine Fußballschnupperstunde mit Trainern des SV Wilhelmhorst 01 spielen und so einiges an Regeln, Technik etc. lernen.
Viele Montage, Dienstage, Mittwoche usw. verbrachten sie damit „ihre“ Sozialarbeiterin mit Informationen über Fußball und insbesondere über die Spiele von Hertha zu „informieren.“ Das „informieren“ steht an dieser Stelle für das Erklären von Fußballregeln, welche Spieler wo spielen und natürlich wann, wer, wo, wieso, weshalb, welches Spiel verloren oder gewonnen hat. Bis dato waren die Jugendlichen der festen Meinung, dass „ihre“ Sozialarbeiterin, nämlich ich, doch tatsächlich „Fußball-doof“ ist. Nein, nicht verrückt nach Fußball, sondern nicht im Besitz von Wissen über diesen Sport.
Nun kam aber die letzte Saison. Zu dieser Zeit fanden einige Jugendliche heraus, dass „ihre“ Sozialarbeiterin gar nicht so „Fußball-doof“ zu sein scheint, wie sie immer dachten. Und dann fanden sie eines Tages heraus, dass „ihre“ Sozialarbeiterin Fan vom FC Erzgebirge Aue ist.

Nun raten Sie mal was dann passiert ist! Genau ! Die Kids fanden es toll, dass „die lila weißen Veilchen“ in der 3. Bundesliga spielten, während Hertha in der 1. Bundesliga mitmischte.
Aber was nun? Hertha zwar in der 1. Bundesliga, aber ganz unten in der Tabelle. „Willst du Hertha oben sehn, musst du die Tabelle drehn“ – solche Sprüche fanden sie bald nicht mehr witzig. Und es kam noch schlimmer …
Ca. 8-10 Wochen vor Saisonende saßen wir gemütlich beisammen und tauschten uns in regen Gesprächen, nun mittlerweile über zwei Mannschaften, aus. Da nahm sich doch die Sozialarbeiterin, nämlich ich, die Freiheit heraus zu behaupten, dass der FC Erzgebirge Aue in die 2. Liga AUFSTEIGT, während Hertha BSC in die 2. Liga ABSTEIGT.
Oh weh, da hatte ich ja was gesagt.
Selbst an die 1,65 % ige Chance, dass Hertha den Klassenerhalt doch noch schaffen könnte, wurde sich geklammert.

P., 16 Jahre alt und Stammbesucher des ‚JuCo‘ schloss daraufhin mit mir eine Wette ab. Sein Wetteinsatz, wenn Hertha wirklich absteigt … er fegt 4 Wochen lang täglich den Clubraum ! Die Wette habe ich gewonnen und P. hat begonnen seine Wettschulden einzulösen. Allerdings dauern die jetzt schon 4 Monate. (*zwinker*)

Seitdem „regieren“ Hertha- und Aue-Fans gemeinsam den ‚JuCo‘ Wilhelmshorst. So beschlossen wir zu Beginn der neuen Saison zusammen nach Berlin zu fahren, wenn Aue zu Gast bei Hertha ist.

Am 12.12.2010 war es nun soweit. Sechs junge Männer und drei junge Frauen fuhren mit dem Zug nach Berlin. Die Fahrt dorthin war schon toll, denn Hertha- und Aue-Fans saßen friedlich zusammen
in den einzelnen Abteilen. Am Stadion angekommen rückten wir Stück für Stück zu den Eingängen vor. Unsere sechs Hertha-Fans waren ziemlich schnell auf ihren Plätzen. Wir drei Aue-Fans wurden am Eingang kontrolliert und abgetastet. Diese erste Hürde genommen, mussten wir uns an vielen Ordnern, Security und Polizei vorbeischieben, um am Block selber auch noch einmal kontrolliert zu werden. Wie sich später herausstellte, haben es viele Aue-Fans durch die diversen Kontrollen und den großen Andrang gar nicht geschafft zum Anpfiff pünktlich im
Stadion zu sein oder sind später gar nicht auf ihre Plätze gekommen. Das ist schade für die Auer Gäste, aber das haben wir während des Spiels nicht mitbekommen. Denn die Atmosphäre im Olympiastadion war überwältigend. Gänsehautfeeling pur! Beide Mannschaften wurden während der gesamten Spieldauer lauthals angefeuert und gefeiert. Fast 49 000 Besucher, darunter fast 15 000 Aue-Fans ließen das Stadion an diesem Sonntag ab 13.30 Uhr beben. Am Ende stand es 2:0 für Hertha und damit sind sie, kurz vor der Winterpause, Platz 2 der Tabelle in der 2. Bundesliga.
Für Aue eine Niederlage, die sie allerdings gut wegstecken, denn momentan sind sie auf dem 4. Platz und damit auch wieder die Verfolger. Nicht umsonst heißt der FC Erzgebirge Aue auch „lila-weißer Favoritenschreck.“

Kaum einer hat zu Beginn der Saison mit Aue gerechnet und „meine“ Kids reden nun ganz anders über „ihre“ Sozialarbeiterin. „Fußball-doof“ ist sie schon lange nicht mehr! Wir freuen uns auf die Rückrunde, wenn es heißt: Der FC Erzgebirge Aue empfängt Hertha BSC !!!

ROMY STEGMANN

(Leitung ‚JuCo‘ Wilhelmshorst)

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